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Vertrauen

Ich bin so ein Elternteil geworden, welches ich nie werden wollte. Ich bin zum Krankenhauspersonal nervig, fordernd und vertraue nicht. Ich bin oft laut und ungehalten. Es ist mir egal, was andere davon halten, denn ich kämpfe hier für mein Kind.


Als Mama und Papa kennt man sein Kind besonders gut, man weiß welche Bedürfnisse wann gestillt werden müssen und wann etwas so gar nicht stimmt. Leider musste ich, wie auch schon ganz viele anderen Eltern auch, die Erfahrung machen, einfach nicht ernst genommen zu werden. Wenn das eigene Kind dann auch noch so oft von Fremden bereut wird, da es mir ja auf manchen Stationen untersagt ist bei ihr zu schlafen, will ich natürlich alles abgesprochen haben.

Ich will das alles so abläuft wie ich es mir vorstelle, ich will genaue Auskunft darüber wie die Nächte verlaufen, wie oft sie aufwacht und ich will das jedes Medikament mit mir abgesprochen wird, BEVOR es verabreicht wird. Hier geht es mir vor allem um abhängig machende Medikamente, Schmerzmittel, Morphium. Elina musste nach ihrer Herz Operation schon einen Entzug durchmachen. Das war wirklich nicht schön anzusehen, zusätzlich zu ihren ganzen Päckchen die sie bereits zu tragen hat, dann noch eine vermeidbare Komplikation dazu zugewinnen. Morphium ist ein beliebtes Schmerzmittel da es keine Organe schädigt, leider macht es abhängig. Unter vermeidbaren Komplikationen meine ich nicht, dass Elina leiden soll und Schmerzen haben muss! Nein, ich meine damit, dass es andere Schmerzmittel gibt, die, wenn man sie in angepassten Dosen gibt, auch keine Organe schädigen!

Ich könnte ein Buch mit Situationen füllen, an denen ich einfach nicht ernst genommen wurde oder einfach ohne mein Wissen unnötige Maßnahmen gesetzt wurden.

Elina hatte kurz nach dem Schlaganfall kleine Krampfanfälle, als ich das Pflegepersonal darauf aufmerksam machte, erklärte sie mir das Krampfanfälle ganz anders aussehen. Ich ließ mich davon nicht verunsichern und sprach eine Ärztin darauf an, diese fand ihre Bewegungen auch sehr auffällig und leitete gleich Untersuchungen ein, naja Elina bekommt jetzt ein Medikament gegen Krämpfe weil das EEG auffällig war. Gut, dass ich mich von der Meinung der Krankenschwester nicht unterkriegen hab lassen - schließlich kenne ich mein Kind ja am besten.

Auf einer Station, die nicht auf Immundefekte spezialisiert ist, wurde Elina ohne meine Zustimmung Fencheltee verabreicht. Fencheltee an sich ist ja eine gute Sache, aber bei Kindern mit Immundefekten sehr gefährlich. In Tees können Pilzsporen vorhanden sein und sind somit lebensgefährlich für sie. Hätte ich nicht aus reiner Neugierde gefragt was Elina den da bekommt, hätte ich das nie herausgefunden. Ja, es ist "nur" Tee. Aber auch der hätte Schaden anrichten können und das nur weil nicht mit mir gesprochen wurde, als kleines Beispiel.





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